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Ein Meisterwerk, dieser Gitarrenschrank

Jungschreiner Noah Schu aus Nohfelden-Eisen liebt Punk und Heavy Metal – und er spielt in einer Band. Für seine E-Gitarren hat er einen Schrank entworfen, der die Meisterjury mächtig beeindruckt hat. Man könnte sagen: Der 20-Jährige steht auf Metal und arbeitet mit Holz.

Bildnachweise: Jennifer Weyland

Gabba Gabba Hey“, der alte Schlachtruf der New Yorker Punkband Ramones ist Noah Schu nicht fremd. Denn der 20-jährige Jungmeister liebt den Punk und spielt selbst Schrammel-Gitarre in der St. Wendeler Punkcombo „Alarmstufe Rot“. „Hey ho let‘s go“, möchte man da motivierend mit einem weiteren Ramones-Zitat rufen, zumal die Band offenbar Ambitionen hat. Noah selbst hat schon einiges an Auslandserfahrung als Leihgittarist der Band Christmas: Spanien, Schweiz, Irland. Dann kam Corona – und die Bandkarriere ging in eine Zwangspause, die Deutschland-Tour wurde gecancelt. Zeit, sich voll auf die Meisterschule zu konzentrieren. Die hat Noah Schu, der seine Gesellenprüfung erst im vergangenen Jahr absolviert hat, jetzt mit Bravour gemeistert. Die Jury jedenfalls war begeistert von seinen theoretischen, vor allem aber von seinen praktischen Fähig- und Fertigkeiten. Überzeugt hat der frisch gekürte Schreinermeister mit einem imponierenden Gitarrenschrank, der es wahrlich in sich hat.

Und wie ist er auf die Idee gekommen? „Da ich musikalisch sehr aktiv bin und sich mittlerweile einige Gitarren angesammelt haben, habe ich mich dazu entschieden, einen Gitarrenaufbewahrungsschrank zu bauen. Der Schrank wird in meinem Musikraum hängen. Dort befinden sich noch andere Möbel in Massivholzoptik, sodass sich der Gitarrenschrank sehr gut in den Raum einfügt. Durch die gerade Linienführung passt der Schrank sehr gut zu meinem Multimediaregal, welches gegenüber dem Schrank auf dem Floorboard steht.“ Einleuchtende Begründung und gut durchdacht, möchte man meinen.

Auch die Auswahl der Materialien und die tüfteligen Details beeindrucken und haben nicht nur die Jury überzeugt: „Der Korpus ist aus nussbaumfurnierten Stäbchensperrholzplatten auf Gehrung gefertigt. Die Türen sind in der Rahmenbauweise gefertigt und sind aus Nussbaum mit nussbaumfurnierten Sperrholzfüllungen. Diese sind außerdem mit Aufschraubbändern der Kröpfung A angeschlagen. Die Bänder sind durch eine acht Millimeter Fase an der Tür und am Korpus halb verdeckt. Der Schrank verfügt im unteren Bereich über zwei innenliegende Schubkästen, welche aus massivem Ahorn gefertigt sind. Im oberen Teil des Schrankes ist Platz für acht E-Gitarren. Die einzelnen Fächer sind ausziehbar, sodass das Entnehmen der Gitarren erleichtert wird. Um dafür zu sorgen, dass die Gitarren an Ort und Stelle bleiben, habe ich mir ein System aus T-Nutschienen und gedrechselten Ahorn-Teilen einfallen lassen. Dies ermöglicht es, die Gitarre am Hals zu fixieren. Als Oberflächenbehandlung habe ich mich für ein Hartwachsöl entschieden, welches eine sehr glatte Oberfläche ergibt.“ Keine Frage, Noah Schu weiß, was er tut. Das findet auch sein Vater Christian Schu (siehe auch Artikel ab Seite 9), der den Filius seit 1. Oktober für seine Universalschreinerei in Nohfelden-Eisen unter Vertrag genommen hat. Er soll behutsam und langsam zum Nachfolger für den 53-Jährigen aufgebaut werden.

Stellt sich die Frage, wie Noah Schu zum Schreinerhandwerk gefunden hat? Da hat Mutter Iris Schu ein paar schöne Anekdoten auf Lager: „Noah hat schon als kleiner Pimpf in seinen Kindergartenbüchern in der Rubrik Berufswunsch immer Schreiner angegeben. Und als er eineinhalb Jahre war, hat ihn sein Opa mit dem Akkuschrauber vertraut gemacht. Eine seiner ersten Amtshandlungen als ‚Schreinermini‘ knapp ein Jahr später: Erstmal den Sandkasten in seine Einzelteile zerlegen – der Akkuschrauber war auf Linkslauf gestellt.“ Da wusste jemand schon sehr früh, was er wollte. Nur konsequent und logisch, dass er nach der Mittleren Reife bei der Schreinerei Jung in Nohfelden-Selbach in die Lehre ging. Muss wohl gut gewesen sein, sonst hätte ihn Vater Christian nicht dazu überreden können, gleich die Meisterschule dranzuhängen. Begründung: „Du bist ja gerade im Lernen noch so richtig drin, später wird Dir das schwerer fallen.“

Die Begründung war wohl schlüssig, sonst hätte Noah seinen Meister nicht als einer der besten seines Jahrgangs zu Ende gebracht und würde jetzt nicht den Familienbetrieb verstärken. Und wo soll da die Reise hingehen, sprich: Welche Ambitionen verfolgt der Junior- Chef mit dem Meisterbrief? Dieser soll coronabedingt zwar erst im kommenden Jahr bei einer zünftigen Meisterfeier von der Handwerkskammer ausgehändigt werden, im elterlichen Büro ist freilich schon ein Platz neben dem Ehrenbrief vom Vater freigehalten… Noah Schus Ambitionen sind vor allem „Berufserfahrung sammeln, die Idee mit dem Sägewerk auf dem Betriebshof weiter ausbauen, um dann Digitalisierungsprojekte wie 3-D-Druck und CNC für den Familienbetrieb weiterzuentwickeln“. Klingt spannend und schlüssig. Wie schon erwähnt, der Nachwuchs-Schreiner Noah Schu weiß, was er will und kann. Noch nicht weiß er, wie er sinnvoll in den Gitarrenbau einsteigen kann – bei der Konkurrenz und den Dumpingpreisen auf dem Markt nur zu verständlich. Aber er ist ja erst 20, da hat er noch viel Zeit, eine Nische ausfindig zu machen. Das traut man ihm locker zu, wenn man ihn erst mal kennengelernt hat.

Mehr Infos:

www.alarmstufe-rot.com

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