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Erhaltenswerter Standort vor historischer Kulisse

Der Wirtschaftsverband Holz und Kunststoff Saar hat seine Zentrale in Von der Heydt im malerischen Burbachtal und am Rande einer der beeindruckendsten Bergarbeitersiedlungen des Saarreviers. Ein Blick zurück – und nach vorne!

Bildnachweis: HKH Saar

Bildnachweise: Stefan Oemisch

Ein Besuch bei der Zentrale des Wirtschaftsverbandes Holz und Kunststoff Saar ist immer lohnend. Nicht nur, weil Mitglieder sich fortbilden oder juristisch beraten lassen können. Nicht nur, weil hier Lehrlinge und Meister ausgebildet werden und die Innungen ihre Strategien regelmäßig besprechen. Nein, ein Besuch lohnt auch deshalb, weil man auf dem Weg hinab ins verwunschen daliegende Von der Heydt eine geschichtsträchtige Zeitreise unternimmt. Ganz unfreiwillig und noch gratis dazu. Denn Von der Heydt ist die beeindruckendste Bergarbeitersiedlung des Saarreviers. Vor allem die großen, restaurierten und denkmalgeschützten Schlafhäuser sowie die monumentale Mundlocharchitektur des Von der Heydter Bierkellers beeindrucken. Doch auch vom ehemaligen Bergwerk sind im Burbachtal wichtige Teile erhalten, so Stolleneingänge, Fördermaschinenhäuser, der Bahnhof oder das Magazingebäude. Von der Heydt ermöglicht somit eine einprägsame Zeitreise in die industriellen Boomjahre der Saarregion.

Dies weiß niemand besser als der Direktor des Instituts für Landeskunde, Delf Slotta. Der ausgewiesene Experte und bildgewaltige Erzähler steht auf dem Parkplatz am ehemaligen Schlafhaus 1, dem heutigen Landesamt für Kataster-, Vermessungs- und Kartenwesen und zitiert, was Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe am 26. März 1810 in einem Brief an den Musiker Carl Friedrich Zelter über den geschichtsträchtigen Ort geschrieben hat: „Hier sind wir versammelt zu löblichem Thun. Drum Brüderchen Ergo Bibamus. Die Gläser sie klingen, Gespräche sie ruhn. Beherziget Ergo Bibamus!“ Ganz gleich, ob derjenige, der diese Zeilen singt, Latein kann oder nicht – „ergo bibamus“ bedeutet „lasst uns trinken“ – so weiß er doch, dass in vielen Gasthäusern, Kneipen und ähnlichen Einrichtungen beim Trinken auch gerne das eine oder andere Lied geschmettert wird.

Das wird auch im sogenannten „Grubencasino“ der Fall gewesen sein, in Verbindung mit einem Bier. Und damit dieses auch die gewünschte Trinktemperatur hatte, bediente man sich sogenannter Felsenkeller zum Kühlen, denn Kühlschränke waren Anfang des 19. Jahrhunderts noch nicht erfunden. Es war sehr praktisch, dass gleich hinter dem „Grubencasino“ der Berg anstieg und man dort einen kühlen Lagerraum aus dem Hang heraushauen und mit einer wunderschönen Zierfassade mit Türmchen und Mauerzinnen schmücken konnte. Dadurch ist der Bierkeller gar nicht mehr als solcher zu erkennen, denn der verzierte Eingang erinnert eher an ein Mundloch – einen Stolleneingang.

„Dass dieser Bierkeller so eine prächtige Fassade bekommen hat, hängt damit zusammen, wer alles hier in Von der Heydt gewohnt hat“, erklärt Delf Slotta. In Von der Heydt, dem nördlich von Saarbrücken gelegenen Dorf, lebten die höheren, gut verdienenden königlich-preußischen Werksbeamten. Und diese wollten natürlich nicht nur einen 08/15-Bierkeller. Der Platz für das kühle Blonde sollte schon etwas hermachen. Entstanden ist der kleine Ort ab 1850, als der etwa 1,3 Kilometer lange Von-der-Heydt-Stollen zum Abbau von Steinkohle angelegt wurde.

In dieses Jahr fällt auch die Gründung der Grube Von der Heydt, als die preußische Regierung, die das Gebiet seit 1815 besaß, das Saarland industriell und infrastrukturell erschloss und die Saareisenbahn baute. Benannt sind sowohl die kleine Ortschaft als auch der Stollen und die Grube nach dem preußischen Handels- und Finanzminister August Freiherr von der Heydt. „Damit die Bergarbeiter keinen so langen Arbeitsweg hatten, wurden sogenannte Schlafhäuser erbaut“, weiß Delf Slotta. In diesen Häusern in Von der Heydt hielten sich die „Saargänger“, „Ranzenmänner“ oder „Hartfüßler“ genannten Bergarbeiter nach ihrer Schicht auf. Denn sie wohnten oft weiter weg, weshalb sie während der Arbeitswoche bei der Grube blieben und nur für das Wochenende zu ihren Familien zurückkehrten. Bei den Schlafhäusern handelte es sich um sogenannte „Repräsentative Schlafkasernen“, die nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 entwickelt wurden. Alles sehr beeindruckend, auch was heute davon noch zu sehen ist.

Die Verantwortlichen des Wirtschaftsverbandes jedenfalls haben sich mit ihren Mitgliedern abgestimmt, die ebenfalls weitgehend denkmalgeschützte Verbandszentrale ab 2020 behutsam und mit viel Geld zu modernisieren und zukunftsfähig zu machen. Klingt nach einer perfekten Verbindung aus Denkmalschutz und Wirtschaft…

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