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Hat die Politik Wirtschaft und Handwerk in der Krise zu wenig gehört?

Kritische Stimmen werfen der Landesregierung vor, auf dem von Ministerpräsident Hans angekündigten „gemeinsamen Weg aus der Corona-Krise“ wären zu wenig Wegmarken mit den Bedürfnissen der Wirtschaft zu sehen. Stimmt das? Die Wohnhandwerker sind laut einer Umfrage größtenteils zufrieden mit dem Krisenmanagement.

Bildnachweis: inplan-media

Grafiken: HKH Saar

Ministerpräsident Tobias Hans hat es in seiner Regierungserklärung am 13. Mai auf den Punkt gebracht: „Unser Land wird nach Corona anders sein“, sagte der CDU-Politiker. Und er meinte auch: „Solange alles gut geht, werden wir natürlich nie wissen, ob die ein oder andere Maßnahme tatsächlich notwendig war.“ Das stimmt zweifellos, dennoch muss er sich mehr oder weniger zarte Vorwürfe aus einem vielstimmigen Klagechor gefallen lassen, die Wirtschaft im Saarland zu wenig und zu spät gehört zu haben. Zu Anfang der Krise und auch jetzt wieder gab und gibt es in der Politik über die Parteigrenzen hinweg zwei Fraktionen: diejenigen, die den Pandemieschutz aufgrund Empfehlungen von Virologen über alles stellen, und diejenigen, die vor allem vor den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen von zu strikten Maßnahmen warnen. Die beiden Strömungen bestehen innerhalb der Riege der Ministerpräsidenten und offenbar auch in der saarländischen Landesregierung.

Das war dem Vernehmen nach deutlich vor den diversen Krisengipfeln Anfang Mai – und inzwischen läuft es ja besser, wie alle Beteiligten versöhnlich bekunden. Die Frage sei aber gestattet, ob der Zeitpunkt der Anhörung der Wirtschaft nicht zu lange hinausgezögert wurde, weil immer neue Kennzahlen wie der ominöse R-Wert, also die sogenannte Reproduktionszahl, mit der angegeben wird, wie viele Menschen ein Corona-Infizierter durchschnittlich ansteckt, den Blick auf die Sorgen und Nöte der krisengebeutelten saarländischen Wirtschaft verstellt haben. Zur Erinnerung: Zuerst war es die Verdopplungszahl mit der Wirtschaftsbeschränkungen im Land gerechtfertigt wurden, dann der R-Wert, nicht zu vergessen die vielen unterschiedlichen Experten-Meinungen der inzwischen prominenten Virologen im Land. Krisen-PR mit hochansteckendem Verwirrungsfaktor!

Da kann man natürlich schon mal den Überblick verlieren und auch als Politik Verständnis erwarten, dass nicht alles von Anfang an rundläuft. So sieht es übrigens auch eine überwiegende Mehrheit der organisierten Wohnhandwerker im Saarland, die der Landesregierung ein gutes Zeugnis für das Krisenmanagement ausstellen und auch die in Aussicht gestellten oder bereits gewährten Hilfen als ausreichend empfinden. „Uns hat es letztlich doch überrascht, wie viele Mitglieder unseres Verbandes der Politik im Saarland ein gutes oder gar sehr gutes Zeugnis für ihr Corona-Krisenmanagement ausgestellt haben“, sagt Verbandsgeschäftsführer Michael Peter, der zu Beginn der Schließungsmaßnahmen Mitte März noch arge Befürchtungen für seine Mitgliedsbetriebe und auch die Lehrlingsausbildung in Von der Heydt hatte. „Doch jetzt hat sich bei unserer Umfrage gezeigt, dass die Auftragsreichweite zumindest im Mittel mit 7,84 Wochen durchaus auf einem hohen Niveau liegt, vergleichbar mit den Angaben aus früheren Konjunkturumfragen!“

Dennoch bleiben es äußerst schwierige Zeiten für das Handwerk, denn Beschäftigungszahlen sind rückläufig, Auftragsbestände sinken, weniger Umsatz, weniger Auslastung und die Erwartungen an die nächsten Monate sind eher pessimistisch – so jedenfalls die Einschätzung von HWK-Präsident Bernd Wegner, nachdem er 1.400 von rund 12.000 saarländische Handwerksbetriebe entsprechend befragen ließ. Herausgekommen ist: Während am Ende des vergangenen Jahres noch 94 Prozent der befragten saarländischen Handwerksbetriebe ihre Geschäftslage mit „gut“ und „befriedigend“ bewerteten, gaben im ersten Quartal 2020 nur noch 75 Prozent diese Einschätzung ab.

Wegners Apell ist daher eindringlich: „Unser Saar-Handwerk ruft die öffentliche Hand, Gewerbekunden und verunsicherte Privatkunden auf, in der Corona-Krise weiterhin Handwerksunternehmen zu beauftragen. Wir appellieren an die öffentliche Hand, dass Aufträge an Handwerker, soweit es die Vergabebedingungen zulassen, vorgezogen werden. Wir begrüßen die Vereinfachung der Vergabegrundsätze durch die saarländische Landesregierung für Gemeinden, Gemeindeverbände, kommunale Eigenbetriebe und kommunale Zweckverbände, befristet bis zum 31. Dezember 2020, Bauleistungen bis zu einer Wertgrenze von 150.000 Euro freihändig vergeben zu können.

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