Diese Seite benutzt Cookies für eine optimale Darstellung. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ANZEIGE SCHALTEN

Skip to main content

Warum Whisky Eiche braucht

Michael Peter, reisefreudiger Genussmensch und Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Holz und Kunststoff Saar, hat sich in Schottland in Sachen Whiskyfässer aus Holz kundig gemacht.

Bildnachweise: Michael Peter

Wenn man nach Schottland oder Irland reist, dann ist es eigentlich unvermeidlich, den einen oder anderen Herstellungsort vom bekanntesten und unverwechselbarsten Produkt von den Inseln zu besichtigen: eine Whisky-Destillerie. So taten auch wir es, als wir diesen Sommer eine Kreuzfahrt um Großbritannien herum antraten. Dabei lernten wir: Whisky zeigt eine immense Bandbreite an Geruch und Geschmack, obwohl er lediglich aus Gerstenmalz, Hefe und Wasser besteht und nur ein weiterer aber magischer Faktor hinzukommt, nämlich Zeit! Darunter ist die Maturation, also die Lagerung in Eichefässern zu verstehen, die einen Großteil des Geschmackserlebnisses hervorbringt. Aber warum Eichenholz und was macht es mit dem Whisky?

Es gibt zwar auch Fässer aus Edelkastanien. Aber letztlich ist sogar gesetzlich für Scotch Whisky die mindestens dreijährige Reifung in Eichenfässern vorgeschrieben. Die mindestens 70 Jahre alten nordamerikanischen oder eher 150 Jahre und älteren europäischen Weißeichen müssen für die Herstellung von Fassdauben auf spezielle Weise aufgeschnitten werden. Das führt dazu, dass die Ausbeute verwendbaren Holzes aus einem Stamm wesentlich geringer ist als etwa bei der Parkettherstellung. In der Regel ergibt ein Stamm gerade mal zwei Barriquefässer mit einer Größe von 225 Litern – also kein billiges Unternehmen.

Die fasstypische Form lässt sich nur durch Erhitzung des Holzes auf 200 Grad erreichen. Dabei bricht die feste Holzstruktur auf und es kommt Geschmack ins Holz: Der typische Vanilleton entsteht, indem aus Zellulose Holzzucker wird und Lignin sich in Vanillin umwandelt. Und dann werden die fertigen Fässer innen ausgebrannt. Die so entstehende Holzkohleschicht wirkt wie ein Filter und macht den abgefüllten Whisky milder und baut Alkohol ab. Zudem gibt das Holz nun seine Inhaltsstoffe (zum Beispiel Tannin oder Vanillin) an den Whisky ab. Dabei spielt es eine wesentliche Rolle, was zuvor in den Fässern gelagert wurde. Denn Malt Whisky wird niemals in neue Fässer abgefüllt, die schottischen Brenner verwenden vielmehr mit Vorliebe amerikanische Bourbonfässer. Denn in Amerika wird der Whisky in der Regel nur einfach destilliert und dann durch den Einsatz jungfräulicher Fässer aus amerikanischer Eiche entschärft. Schotten und Iren verwenden dann die gebrauchten Fässer für ihren Whisky. Würde man frische Fässer verwenden, würde der Holzton zu sehr dominieren.

Daher ist der Faktor Zeit so bedeutsam. Der anfänglich harte metallische Geschmack des Whiskys geht nach fünf bis acht Jahren verloren (subtraktive Reifung). Dies geschieht gerade auch durch die Verdunstung des Alkohols. Der sogenannte Angels‘ Share macht pro Jahr zwei Prozent des Volumens aus. Während der Lagerzeit nimmt der Whisky umgekehrt die Aromen des Fasses auf (additive Reifung). Und das können je nach vorheriger Verwendung des Fasses sehr subtile Geschmacksnuancen sein: von Bourbon, Port, Sherry oder eben von verschiedenen Weinen.

Es wäre aber übertrieben zu behaupten, der Charakter eines Whiskys würde allein vom Fass bestimmt. Die verwendete Gerste und die Art, wie sie gemälzt wurde, oder das hauseigene Quellwasser der Brennerei und die spezielle, zum Betriebsgeheimnis gehörende Art der Destillation haben natürlich ebenfalls große Bedeutung. Ideal ist es, wenn sich Maturation, Destillation und Mazeration zu einem Gesamtkunstwerk vereinen. Ganz prägnant ist zum Beispiel bei Islay Malt Whisky die Art und Weise der Trocknung der Gerste. Denn im Gegensatz zu Highland Whisky wird die Gerste mittels Torffeuern getrocknet, was dann etwa bei Bowmore oder Ardbeg zu einem oft sehr intensiven rauchigen Geruch und Geschmack führt. Irischer Whisky wird hingegen dreimal destilliert und ist daher von vornherein erheblich milder als seine Pendants aus Kentucky mit einmaliger Destillation oder aus Schottland mit zweimaliger Destillation.

Whisky ist eben nicht Whisky und letztlich handelt es sich um ein Getränk von großer Vielfalt und beachtlicher Finesse. Daher wundert es auch nicht, dass in Frankreich in einem Monat mehr Scotch Whisky getrunken wird als in einem ganzen Jahr Cognac. Wird Whisky nach zwölf, 15 oder 18 Jahren in Flaschen abgefüllt, verändert er seinen Geschmack nicht mehr – er bekommt keinen Alterungston wie Wein.

 

Weitere Infos:

www.whisky.de

www.thedalmore.com

www.jamesonwhiskey.com

Anzeigen

Ihre Werbung im Wohnhandwerker

Das Handwerk gehört zu Ihrer Zielgruppe? Dann sind Sie bei uns genau richtig. Mit einer Anzeige im "Wohnhandwerker" sprechen Sie eine breite Palette an Handwerksbetrieben direkt an.

Das Magazin erscheint sechs Mal jährlich und erreicht rund 800 Wohnhandwerker-Betriebe und 500 Architekten, Ingenieurbüros und Bauträger sowie weitere am Wohnhandwerk interessierte Gewerbetreibende. Die Auflage beträgt 1500 Exemplare. 

Von der Titel- bis zur vierten Umschlagseite sind viele verschiedene Varianten zur Platzierung Ihrer Werbung möglich - ob ein-, mehrmalig oder als Jahrespaket.

Die verschiedenen Anzeigenvarianten samt Preisen finden Sie in den Mediadaten oder direkt im Formular für Anzeigenauftrag.