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Peter Dincher folgt auf „Charly“ Hodapp im Bundespräsidium

Der neue Landesinnungsmeister und amtierende Vorsitzende des Wirtschaftsverbandes Holz und Kunststoff Saar vertritt für drei Jahre die Schreiner im Saarland beim Bundesinnungsverband des Tischler- und Schreinerhandwerks. Thomas Radermacher bleibt Präsident.

Bildnachweise: Tischler Schreiner Deutschland / art-pix.com

Glückwunsch nach Püttlingen: Nach Edgar Arendt und Karl Friedrich Hodapp ist zum dritten Mal ein Vertreter des mit rund 300 Betrieben kleinen Saarlands ins Präsidium des großen Bundesinnungsverbandes des Tischler- und Schreinerhandwerks (TSD) mit rund 14.800 Mitgliedsbetrieben gewählt worden. Peter Dincher, der Vorsitzende des Wirtschaftsverbandes Holz und Kunststoff Saar, und noch ziemlich neue Landesinnungsmeister der Schreiner im Saarland, hat den Finger gehoben, sich vorgestellt und ist gewählt worden. Mit überwältigender Mehrheit haben die TSD-Delegierten in Potsdam zudem Thomas Radermacher erneut zum Präsidenten gekürt. Für den 63-jährigen Tischlermeister aus Meckenheim bei Bonn ist es bereits die dritte Amtszeit.

Neben Radermacher erhielten Mario Schmidt (Mecklenburg-Vorpommern) und Stefan Zock (Rheinland-Pfalz) das Votum der Versammlung und übernehmen in den kommenden drei Jahren die Vizepräsidentschaft. Außerdem wurden Jürgen Streitner (Baden- Württemberg), Tina Föhr (Hessen), Andree Zoppke (Niedersachsen) und eben Peter Dincher ins Präsidium gewählt. Während den drei Erstgenannten damit zum wiederholten Mal das Vertrauen ausgesprochen wurde, blicken Dincher, Föhr und Zoppke ihrer ersten Amtszeit entgegen.

Mit Tina Föhr steht dabei dem neuen Präsidium mit seinen gestandenen Tischler- und Schreinermeistern nun erstmals auch eine Bestattermeisterin zur Seite. Darüber hinaus wählten die Delegierten mit Robert Dreyer (Sachsen- Anhalt) einen neuen Rechnungsprüfer. Dreyer ergänzt das Team um Wolfgang Pflücke (Baden-Württemberg) sowie Karl Trager (Rheinland- Pfalz) und folgt auf Frank Adam, der ruhestandsbedingt nicht erneut zur Wahl angetreten ist.

Peter Dincher ist sehr froh, dass es mit seiner Wahl geklappt hat, denn so kann der 52-jährige Schreinermeister maßgeblich die Geschicke auf Bundesebene mitbestimmen und hat zudem Einblicke in die Forderungen und Förderungen der TSD-Gremien. Dass der ohnehin Vielbeschäftigte dafür öfter auch mal nach Berlin oder zu anderen Tagungsorten in der Republik reisen muss, nimmt er dafür gerne in Kauf, wie er sagt.

„Ich empfinde es als Privileg, dass die Schreiner im Saarland auf Bundesebene jetzt weiterhin so prominent vertreten sind, nachdem Charly Hodapp ja nicht mehr angetreten ist. Es kann für uns nur gut sein, frühzeitig neue Entwicklungen mitzubekommen und ein größeres Mitspracherecht zu haben“, sagt der umtriebige Schreinerfunktionär, der aber auch zugibt, dass er mit seinen „Kräften haushalten“ muss, angesichts der vielfältigen Problemstellungen im eigenen Unternehmen, im Landes- und Bundesverband. Hat er sich denn konkret etwas vorgenommen für seine Amtszeit im TSDPräsidium? „Nein, bewusst nicht, denn ich möchte mich erst mal in aller Ruhe und mit der gegebenen Sorgfalt einarbeiten. Dann sehen wir weiter.“

Wichtig ist ihm besonders, dass das Handwerk an sich und die Wohnhandwerker im Besonderen wieder mehr Gehör finden. Dafür möchte er sich einbringen. „Wir brauchen wieder Vertrauen und Zutrauen in uns selbst und die soziale Marktwirtschaft“, sagt Peter Dincher mit Blick auf die neue Bundesregierung, die es bald geben wird. So hätte die zunehmende Überregulation der Wirtschaft nur weiter geschadet und sei zu einem Hemmnis geworden, dem die kommende Bundesregierung entschlossen entgegentreten müsse. Dazu brauche es mutige Politiker, die bereit sind, die großen Herausforderungen – wie die Reformierung der sozialen Sicherungssysteme mit ihren Fehlbeträgen in Milliardenhöhe – grundlegend zu überdenken und entschlossen anzugehen.

Auch schließt sich Peter Dincher für das Saarland dem Wunsch von TSDPräsident Thomas Radermacher an, die Politik möge doch den über 500.000 Handwerksunternehmen in Deutschland mit ihren mehr als fünf Millionen Beschäftigten bitte wieder mehr Wertschätzung in Form von guten Standortbedingungen entgegenbringen und damit den Wirtschaftsstandort wieder in Schwung kommen lassen: „Was wir im Tischler- und Schreinerhandwerk dafür tun können, leisten unsere Betriebe und unser Mitarbeiter jeden Tag aufs Neue – freiwillig, betriebsorientiert, lokal verwurzelt, nachhaltig und innovativ.“

Für Peter Dincher ist in seiner Amtszeit zudem besonders wichtig, „dass die Ergebnisse unserer Arbeit dort ankommen, wo sie gebraucht werden, bei unseren Innungsbetrieben“. Gefragt, was TSD jetzt vorrangig auf der Agenda hat, fallen die Stichworte Normenthemen, Holzbau und Nachhaltigkeit, dann soll die TSD-Website modernisiert und die Betriebssuche kundenfreundlicher gestaltet und ausgebaut werden. Auch die rechtliche Überarbeitung der AGB, die ja dann allen Betrieben zugutekommen, ist auf dem Weg. Nicht zu vergessen ist die Suche nach neuen Sponsoren für den chronisch unterfinanzierten Bundesverband: Sie laufe ganz vielversprechend an, sagt Dincher.

Dann stehen die mehrtägigen „Worldund Euroskills“ im Fokus, „bei denen Deutschland wieder stärker Präsenz zeigen und besser abschneiden möchte“. Die jeweilige Finanzierung für die Weltmeisterschaften 2026 in Shanghai, die Europameisterschaften in diesem Jahr in Dänemark sowie vor allem die Heim-EM 2027 in Düsseldorf sei so gut wie gesichert.

Weiterer Höhepunkt für den Bundesverband TSD wird in diesem Jahr die Präsenz auf der LIGNA sein. Die Weltleitmesse für die holzbe- und -verarbeitende Industrie wird vom 26. bis 30. Mai auf dem Messegelände Hannover auch Schauplatz für das ebenso wichtige wie zukunftsträchtige Innovationsprojekt „Ergonomie der Werkstatt“. In Kooperation mit Buckoptimal bietet das Projekt fundierte und zukunftsorientierte Lösungen zur Sicherung von Fachkräften. Ziel des Projekts ist es, den Mitgliedsbetrieben der Innungsorganisation bewährte und praxisnahe Instrumente zu vermitteln, um ihre Werkstätten und Unternehmen so zu gestalten, dass sie zu einem Ort werden, an dem Arbeit Freude bereitet und eine Wohlfühlatmosphäre herrscht. In der Projektbeschreibung heißt es dazu: „Im Rahmen des Projekts werden in Zusammenarbeit mit Herstellern und Anbietern von Werkstattausstattungen derzeit 18 Modellbetriebe eingerichtet. Diese Betriebe erhalten während der gesamten Projektlaufzeit umfassende Betreuung und Beratung von unserem Kooperationspartner Buckoptimal. Abgerundet wird das Angebot durch den Beitrag der Innungskrankenkasse (IKK classic).“ Die kostenfreien Angebote reichen dabei von Schulungen für die körperliche und psychische Gesundheit bis hin zum Einstieg ins betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM).

Für Peter Dincher sind es solch sinnvolle Aktionen, die ihm in Erinnerung rufen, warum er sich nicht nur auf Landesebene für die Schreinerinnung engagiert, sondern jetzt zumindest für drei Jahre auch auf Bundesebene. Nochmals: Glückwunsch nach Püttlingen.